Wie geht plastikfrei produzieren?

Share Post:

Share on facebook
Share on linkedin
Share on twitter
Share on email

Um das gleich vorweg zu nehmen: 100 Prozent plastikfrei produzieren – auch wir sind realistisch genug zu sehen, dass das nicht möglich ist. Dafür ist Plastik in zu vielen Bereichen wie zum Beispiel der Medizintechnik nicht ohne Weiteres ersetzbar. Woran wir glauben: Plastikmüllfrei produzieren. Dazu gehört, Plastik als das zu betrachten, was es ist: ein sehr wertvoller Werk- und Wertstoff und mit Blick auf die enormen Umweltkosten, die er produziert auch ein volkswirtschaftlich sehr teurer. Wer das verinnerlicht, für den ist ein verantwortungsvoller und umweltschonender Umgang mit Plastik selbstverständlich. Das heißt

  • Refuse + Reduce: Plastik dort vermeiden, wo es möglich ist
  • Rethink + Replace: Ökologisch sinnvolle Werkstoffalternativen nutzen 
  • Reuse + Recycle: Materialien in einem sauberen Stoffkreislauf halten, statt zu entsorgen oder nur zu „downcyclen“ 


Und das gilt nicht nur für den Einzelnen, sondern insbesondere für die Produzenten von Produkten. Das Stichwort hier ist Circular EconomyCradle to Cradle oder das Closed Loop Prinzip und meint auf deutsch etwas weniger fancy schlicht Kreislaufwirtschaft. So schlicht, so logisch: Denn statt einer linearen Wirtschaft, bei der der Lebenszyklus eines Produkts oft nach dem ersten Gebrauch in der Entsorgung endet, wird in einer zirkulären Wirtschaft bereits die Wiederverwertung des Produkts bzw. seiner Materialkomponenten im Design und der Produktion mitgedacht (siehe Abbildung). Kurz gesagt: Das Produkt wird bereits von Beginn an so entwickelt, dass es keinen Müll erzeugt und idealerweise alle verwendeten Wertstoffe ein 2., 3. Leben bekommen. Die genutzten Rohstoffe sollten also entweder biologisch abbaubar sein und als Kohlenstoff, Wasser und Mineralien dem Kreislauf der Natur zurückgegeben oder bei nicht abbaubaren Materialien nach der Nutzung dem geschlossenen Materialkreislauf zurückgeführt werden können. 

Quelle: BMU

In der Theorie gibt es diese Gedanken schon lange, trotzdem sind wir von einer plastikmüllfreien Produktion noch weit entfernt. Grund zum Optimismus gibt es trotzdem: Auf institutioneller Ebene ist der Paradigmenwechsels hin zu einer Kreislaufwirtschaft langsam angekommen (siehe z.B. EU Circular Economy Action Plan) und auch die Forschung zu alternativen Werkstoffen macht große Fortschritte. 

Plastik Fighter

weitere Beiträge

Bioplastik als Alternative?

Neben den traditionellen Werkstoffen wie Holz, Glas oder Metall spielen vor allem Biokunststoffe bei der Transformation zu einer Kreislaufwirtschaft bzw. einer Plastikmüllfreien Produktion eine wichtige

Die vielen Gesichter von Plastik

Wer den Kampf gegen etwas aufnehmen will, sollte seinen Gegner gut kennen. Und das ist bei Plastik gar nicht mal trivial. Denn das Plastik gibt es nicht.