Der überarbeitete Beschluss ist da- Bioplastik wird ebenfalls verboten!

In der am 05.06.2019 veröffentlichten RICHTLINIE (EU) 2019/904 ist das wording der vorherigen Fassung nochmal überarbeitet worden. In dieser Version sind die biobasierten Kunststoffe sofern sie chemisch modifiziert wurden (was bis auf das am Markt so gut wie nicht vorhandene reine PHA als sonstigen Compounds sind) ebenfalls vom Verbot betroffen.

https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:32019L0904&from=DE

Das ist der Lobbyarbeit der Kunststoffhersteller zu verdanken, frei nach dem Grundsatz – „Wenn wir nicht dürfen, dann ihr bitte auch nicht!“. Für die noch kleine Industrie der Biokunststoffe ist dieses tragisch, da sich alle erhofft hatten, dass die EU mit diesem Beschluss eine Zeichen hin in die Zukunft setzten würde. Was ist die Konsequenz daraus: Viele Produkt werden wohl, sofern möglich, in Zukunft aus Holz hergestellt, was dien Einschlag von Bäumen bedeutet, die eigentlich besser CO₂ speichern sollten. Tragisch aber wahr, so wird aus einem bestehenden Problem ein neues gemacht. Das Holz ist zwar im Gegensatz zu den klassischen thermoplastischen Kunststoffen schneller biologisch abbaubar und kann auch auf Basis schnellwachsender Holzarten wie Bambus, Pappel, Weide produziert werden, allerdings dauert der Abbau sehr lange und viele Produkt lassen sich daraus einfach nicht sinnvoll herstellen. Zusätzlich wird bei der Bearbeitung viel Reststoff erzeugt, der anschließend nur thermisch genutzt werden kann.

Insgesamt ist das sehr unbefriedigend da es für die Biokunststoffe die Chance gewesen wäre endlich in signifikanter Menge auch in die Verarbeitung zu gehen. Wir werden sehen, ob es noch Ausnahmen geben wird und wie sich die betroffenen Industrien hierzu aufstellen werden.